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Mit kultigem VW-Feuerwehr-Bulli aus Papenburg auf Hochzeitsfahrt? Verein macht T1-Bus wieder flott

Buchstäblich wieder Fahrt aufnehmen will der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Papenburg-Obenende. Dabei spielt ein alter VW-Bulli eine bedeutende Rolle.

Auf den ersten Blick scheint dem "alten Schätzchen" mit Kult-Charakter, bei dem es sich um einen anno 1966 gebauten T1-Bus handelt, kaum etwas zu fehlen. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich dann aber doch ein ganzes Stück Arbeit.

Es beginnt damit, dass Mitarbeiter des VW-Autohauses Schwarte in Papenburg den weiß-rot lackierten Oldtimer mit vereinten Kräften schieben müssen, um ihn auf dem Firmengelände von A nach B zu bugsieren. Kein Wunder, denn zurzeit fehlt ihm sein Herzstück: der Motor. Das alles und noch viel mehr soll sich aber so schnell wie möglich ändern, jedenfalls, wenn es nach dem Vorstand der "Vereinigung der Helfer und Förderer der Freiwilligen Feuerwehr Papenburg Obenende" geht, wie der Förderverein vollständig heißt.

Seit Herbst 2020 wird er von Jürgen Meyer (Vorsitzender) und Josef Brune (2. Vorsitzender) geführt. In den Jahren zuvor habe der 1998 aus der Taufe gehobene Verein weitgehend ein Schattendasein gefristet, sagt Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion. Dasselbe habe auch für den VW-Bus gegolten. Dabei ist er ein bedeutender Teil der Obenender Feuerwehr-Geschichte. Wie Meyer erläutert, ist der Bulli am 24. Juni 1966 erstmals zugelassen worden - und zwar auf den Namen der früheren Tischlerei Busch am Splitting. 1970 sei das Fahrzeug in den damaligen Feuerwehrlöschverband Papenburg-Bokel übergegangen und bis 1983 als erster Einsatzleitwagen bei der Feuerwehr Obenende in Gebrauch gewesen. Danach ging es offenbar in anderen Besitz über.

Später sei es Meyer zufolge "nur dem Zufall zu verdanken" gewesen, dass der VW-Bus "der Schrottpresse entkommen" ist. Wie der Vorsitzende weiter berichtet, kauften Feuerwehrkameraden den T1 Mitte der 1990er-Jahre zurück. "Der Bus befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem katastrophalen Zustand", erinnert sich Meyer.

Mehrere Feuerwehrleute hätten sich seinerzeit spontan bereit erklärt, ihre Freizeit der Restaurierung des Bullis zu widmen. Und das Ergebnis konnte sich offenbar sehen lassen. Jedenfalls wird er in der 2001 erschienenen Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Obenender Feuerwehr "dank unbezahlbarer Eigenleistung einiger Kameraden sowie Geld- und Sachspenden" als "Aushängeschild" angepriesen. Das soll er nach dem Willen der neuen Führung des Fördervereins auch in Zukunft wieder sein. Doch dafür sei zunächst eine "gründliche Instandsetzung" notwendig.

Die Maschinerie zur Finanzierung läuft. So berechnet das Autohaus Schwarte keinen Stundenlohn für die Arbeit an dem Bus, wie Frank Heijnk auf Nachfrage bestätigt. Frische finanzielle Unterstützung kommt auch vom Gasthof Tepe in Aschendorf. Dessen Inhaber Stephan Tepe steuert 1000 Euro bei. Außerdem unterstützt er gemeinsam mit weiteren Gastronomen eine Kronkorken-Sammelaktion. Ein Sammelbehälter ist Meyer zufolge auch vor dem Obenender Feuerwehrhaus platziert. Tepe findet das Engagement von Meyer, Brune und ihren Mitstreitern "herausragend", wie er sagt. Er sei im Internet auf das Vorhaben des Vereins gestoßen, der Meyer zufolge aktuell rund 40 Mitglieder zählt.

Der Vorsitzende ist allen Unterstützern dankbar. Wenn der Bus wieder rollt, soll er nicht nur repräsentativen Zwecken des Fördervereins dienen. Meyer kann sich beispielsweise auch vorstellen, dass Feuerwehrkameraden ihn als "Hochzeitskutsche" nutzen. Das wäre ein besonderes Erlebnis. Am Kilometerstand dürfte es jedenfalls nicht scheitern: Dem mechanischen Tachometer zufolge hat der Bus erst schlappe 67.813 Kilometer auf dem Buckel (vorausgesetzt, der Tacho ist nicht schon "einmal rum"). Wird der Bus gerade nicht anderweitig benötigt, bekommt er Meyer zufolge einen festen Platz in der Ausstellungshalle von Schwarte. Das Autohaus werde im Übrigen auch ein Wertgutachten zum Fahrzeug erstellen.

Link zum Online-Artikel der Ems-Zeitung

VW-Bulli mit Kult-Charakter: Wieder flott gemacht werden soll dieser T1. FOTO: Gerd Schade

1966 gebaut und erstmals zugelassen wurde der T1. Foto: Gerd Schade

Er galt einst als Aushängeschild der Obenender Feuerwehr. Foto: Gerd Schade

Für die Instandsetzung ein setzen sich (von links) die Autohaus-Schwarte-Mitarbeiter Marcel Geiger, Frank Heijnk und Tobias Bodenstein sowie Jürgen Meyer und Stephan Tepe, der einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro überreichte. Foto: Gerd Schade

So sieht es rund ums Lenkrad aus. Foto: Gerd Schade

Blick auf den Tacho. Foto: Gerd Schade

Am Heck prangt die Aufschrift "Volkswagen". Foto: Gerd Schade